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Eine Dankeschön-Skiwoche auf dem Venet
2017-03-20 10:04
Redakteur
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Eine Dankeschön-Skiwoche auf dem Venet

Eine Woche lang unterrichten vier ausgebildete Schilehrer 15 Asylwerbende auf dem Venet im Tiroler Oberland. Der freiwillig organisierte Schikurs ist ein Dankeschön fürs Aushelfen beim Faschingsfest.

Zuzana (Integrationskoordinatorin der TSD), Organisator Manuel und die Schilehrer

Manuel Griesser und seine Kollegen Lukas Sprenger, Thomas Pedevilla und Hannes Leiter sind Mitglieder des Landecker Faschingsvereins. Am 11.11. und natürlich rund um den Faschingsdienstag wurden auch in dieser Saison große, traditionelle Faschingsfeste in Landeck veranstaltet. Natürlich gab es für die Jungs davor einiges zu tun: Zelte aufrichten, Biertische aufstellen und Getränkekisten schleppen. Dieses Jahr bekam der Faschingsverein aber tatkräftige Unterstützung: Asylwerber aus der TSD Unterkunft Landeck haben in dieser stressigen Zeit beim Faschingsverein mit angepackt. Manuel hatte schon seit einiger Zeit die Idee, Asylwerbenden ein Stück Tiroler Kultur näher zu bringen. Als leidenschaftlicher Schifahrer und ausgebildeter Schilehrer lag natürlich auf der Hand, was passieren musste: Ein Schikurs als Dank für die Hilfe beim Faschingsfest! Die TSD-Integrationskoordinatorin Zuzana Eschbacher war von Anfang an begeistert und unterstützte die Freiwilligen beim Organisieren und Durchführen der Aktion. 

Ein Netzwerk an Beteiligten

Erfreut waren die Initiatoren über die aktive Kooperation mit den Venet Bergbahnen und der Gemeinde Landeck/Zams, die sich umgehend bereit erklärt haben, die Schikarten sowie die Schiausrüstung der Teilnehmenden für eine Woche zu übernehmen. Schischulleiter Harald war auch gleich mit an Bord und stellte Tore für das obligatorische Abschlussrennen zur Verfügung.

Die Schibekleidung wurde über ein ganzes Netzwerk an Freiwilligen gesammelt: Die Ehrenamtlichen rund um die Unterkunft Landeck, die Pfarre und auch Sportgeschäfte aus der Gegend haben von Skiunterwäsche bis –hosen, -brillen und –helme alle Teilnehmer ausgestattet. Manuel erzählt, er hätte auch über Facebook einen Aufruf gestartet. Das Feedback dazu war ernüchternd, da nicht alle in der Gegend Gefallen an seiner Idee gefunden haben. „Uns hat das nur noch mehr motiviert“, meint der Skilehrer selbstbewusst.

Die theoretische Einführung

Bevor es nun aber wirklich auf die Bretter ging, gab es für die Asylwerbenden eine theoretische Einführung in der Landecker Unterkunft: Wie funktionieren Schi, was gehört zu einer kompletten Schiausrüstung und welche Disziplinen können bestritten werden? "Dream Big" war dabei das Motto: Als Motivation für die Teilnehmenden wurden beim Einführungsabend Siegervideos von Marcel Hirscher und Didier Cuche präsentiert.

Ab auf die Piste!

Noch nicht ganz: Bevor zum ersten Tag dann die Schi angeschnallt wurden, mussten erst die Grundbegriffe geklärt werden: Wie trägt man sein Paar Ski richtig? Wie bremst man am besten ab? Und am allerwichtigsten: Wie falle ich ihn, ohne mich zu verletzen? 
Während der ersten Rutschübungen im flachen Gelände werden ein paar der Teilnehmenden schon ganz übermütig und wollen sich auf die steile Piste wagen. Dass man vorher ein paar Übungen machen und den Schneepflug beherrschen sollte, wird aber auch den Motiviertesten bald bewusst. 

Es war schon wichtig, dass wir lange mit Manuel geübt haben bevor wir zum Sessellift gefahren sind!

Mohammed
Teilnehmer Skikurs

 

Damit alle so viel wie möglich aus dem Schikurs mitnehmen, teilen die vier Schilehrer die Teilnehmenden in Gruppen ein. Während die meisten am Donnerstag schon fast alle Pisten bestreiten können, gibt Bergführer Hannes den anderen noch Förderunterricht am Tellerlift. 

Ein Schitag ist anstrengend, vor allem für Anfänger! Die richtige Stärkung im Gipfelrestaurant „Panorama“ wird im Rahmen des Tiroler Freiwilligentages vom Freiwilligenzentrum Landeck zur Verfügung gestellt: Von Schlutzkrapfen bis Putengeschnetzeltes werden jeden Tag Tiroler Schmankerln serviert – bis jeder satt und gestärkt ist. 

Erwartungen übertroffen!

Gekrönt wird das Projekt noch von buchstäblichem Kaiserwetter über dem Venet: „Eigentlich wollte ich, dass wir viel Spaß haben und die Jungs eine Freizeitbeschäftigung haben. Außerdem ist Schifahren einer der gesündesten Sportarten für den Herz-Kreislauf.“ sagt der Organisator und Medizinstudent über seine Erwartungen an die Skiwoche. Sein Bergführer-Kollege meint stolz, dass diese Erwartungen sogar übertoffen wurden: „So einen Fortschritt hat der Venet noch nie gesehen.“

Wir von den Tiroler Sozialen Diensten sind ebenso begeistert. Wir freuen uns, dass den Landecker Asylwerbenden eine solche Möglichkeit geboten wurde und bedanken uns herzlichst bei Manuel und seinen Kollegen, unseren freiwilligen MitarbeiterInnen, sowie bei den Unterstützern Venet Sport, Sport Pangratz & Ess und Sport Jenewein (St. Anton), sowie Intersport Landeck.  

 

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