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Der Tiroler IntegrationsKompass

Erfahrungen sammeln und festhalten
Tiroler IntegrationsKompass - Tiroler Soziale Dienste

Der Tiroler IntegrationsKompass

Asylverfahren können dauern. Doch diese Zeit in der Grundversorgung ist für den späteren Erfolg am Arbeitsmarkt entscheidend. Der Tiroler Integrationskompass ist eine jener Maßnahmen, die eine solide Basis für zukünftige Beschäftigung bilden.

In einer im Juli veröffentlichten Studie lobt Eurac das Land Tirol für seine Bemühungen um die Integration von Asylwerbenden und Asylberechtigten. Eine Aussendung des Landes konkretisiert: Seit 2015 haben bis zu 6.600 Menschen in Tirol Schutz gesucht und gefunden. In diesem Zeitraum wurden 25 umfassende Maßnahmen zur Integrationsförderung, von einem effizienten System an Deutschkursen über Möglichkeiten zur psychologischen Beratung bis zu Buddysystemen, beschlossen. 

In der Zeit der Grundversorgung wird der Grundstein für ein selbstbestimmtes Leben gelegt. Effiziente Beratung und Chancenvermittlung erlauben Schutzsuchenden nach positiver Bescheinigung einen Einstieg in die Arbeitswelt. Im Jahr 2016 verzeichnete das AMS über 2.100 Zugänge an asylberechtigen Arbeitssuchenden, wobei 818 Schulungseintritte und insgesamt 712 Arbeitsvermittlungen stattfanden. Derzeit befinden sich 526 ehemalige AsylwerberInnen auf Arbeits- und 56 auf Lehrstellensuche; 297 nehmen an Kursen des Arbeitsmarktservice teil.

Geflüchteten Menschen mehr Chancen am Arbeitsmarkt zu geben ist erklärtes Ziel der im Bundesland mit der Umsetzung der Grundversorgung beauftragten Tiroler Sozialen Dienste. Daher bietet die landeseigene GmbH weitere Konzepte zur Integrationsförderung, die Geflüchteten helfen, in der Berufswelt Fuß zu fassen. Zwar ist Asylwerbenden der Zugang zum regulären Arbeitsmarkt mit Ausnahme von Lehrstellen in Mangelberufen für unter 25-Jährige verwehrt, doch ist es essenziell, diese Zeit nicht ungenutzt zu lassen. Mit dem Ziel, AsylwerberInnen ein individualisiertes Werkzeug für ihre Zukunft zu bieten, wurde der Tiroler Integrationskompass (TIK) ins Leben gerufen. 

 

Wie funktioniert der TIK in der Praxis?

Ein Asylwerber im Gespräch mit TIK-Beraterin Zuzana

Der TIK wird nach persönlichen Beratungsgesprächen bereits mit ersten Inhalten gefüllt. Grundinformationen für jeden TIK bietet eine gemeinsam mit TSD TIK-BeraterInnen durchgeführte Kompetenzanalyse: Hier soll festgestellt werden

  • welche Berufserfahrungen
  • welches Bildungsniveau
  • und welche Kompetenzen und Interessen 

Asylwerbende nach Tirol mitbrachten. Diese Kompetenzen dienen als Orientierungshilfe bei der zukünftigen Beschäftigungssuche.

Während ihres Asylverfahrens werden die TIKs nun befüllt mit

  • absolvierten Deutschkursen
  • abgelegten Prüfungen und Fortbildungen
  • geleisteten Stunden an gemeinnützigen Tätigkeiten
  • oder Informationen über ehrenamtliches Engagement.

Alle Informationen werden bei den regelmäßigen Beratungsterminen mit TSD-TIK Beratern im persönlichen Ausweis eingetragen. 

Der TIK als Visitenkarte

Der Clou: Die so im TIK gesammelten Informationen gelten als Visitenkarte – sie dienen als Argumente in Gesprächen mit Behörden, helfen bei der Vermittlung weiterer Tätigkeiten und werden in Zukunft auch über die Grundversorgung hinaus als Indikatoren für Integrationsbemühungen anerkannt.

Folgende Bereiche werden im Integrationskompass abgebildet:

  • Persönliche Angaben
  • Sprachen
  • Ausbildung & Berufserfahrung
  • Gemeinnützige Tätigkeit
  • Kompetenzprofil
  • Freiwillige Tätigkeit
  • Vereinsmitgliedschaft
  • Integrationsprojekte

Erste Erfolge

Über 500 Asylwerbende bereits mit TIKs ausgestattet

Seit einer ersten Pilotphase im März 2017 und darauffolgender Evaluierungen wird der TIK nun in seiner Finanzierung aufgestockt und flächendeckend unter den in Tirol lebenden Asylwerbenden verteilt. Dass die Idee des Integrationskompasses auf Zuspruch stößt, zeigen die Zahlen. Seit Einführung im März wurden etwa 500 Initialgespräche geführt und TIKs ausgehändigt, welche nun mit Deutschstunden, Arbeitszeiten und Wissensnachweisen befüllt werden. Besonders junge Asylwerbende nutzen die Chance: Von diesen 500 TIK-BesitzerInnen sind 70% unter 35 Jahre alt.

Seitdem sind Erfolgsmeldungen keine Seltenheit. So ergriff etwa Sayed, ein 18-jähriger Asylwerber in Lienz, nach seinem ersten TIK-Gespräch Initiative und besuchte den Tag der offenen Tür der Berufsschule. Das Kontakteknüpfen und Vorzeigen eines bereits gut befüllten Integrationskompasses zeigte Wirkung: Heute ist Sayed als Koch-Kellner Lehrling in einem örtlichen Hotel tätig. 

Der TIK in Zahlen

Für Selbstständigkeit nach der Grundversorgung 

Doch was passiert mit dem TIK, wenn Asylwerbende letztendlich ihren positiven Bescheid erhalten? In Zukunft soll der Pass auch nach der Grundversorgung ein Mittel für Geflüchtete sein, in Tirol ihre Kompetenzen, Erfahrung und ihren Willen zur Integration zu beweisen. So soll er etwa bei Beratungs- und Vermittlungsgesprächen mit dem Arbeitsmarktservice helfen oder bei Bewerbungsschreiben als aufschlussreiches Dokument für potentielle Arbeitgeber dienen.Damit der TIK sich auch nach positivem Bescheid weiter füllt, werden auch die individuellen Beratungen weitergeführt. Diese werden von eigens dafür bestellten MitarbeiterInnen in den Bezirkshauptmannschaften übernommen.

Der Integrationskompass ist also nicht nur ein praktisches Werkzeug, Erfolge im Bereich Migration und Asyl zu messen, sondern gibt jedem und jeder AsylwerberIn die Möglichkeit, Schritte zum eigenständigen Leben im Land Tirol festzuhalten und damit selbstbestimmt auf dem Arbeitsmarkt zu agieren. 

Der Integrationskompass zum Durchblättern

Hier haben Sie die Möglichkeit, einen beispielhaft ausgefüllten TIK durchzublättern, um sich ein besseres Bild zu machen.  

Über uns

In zahlreichen Tiroler Gemeinden befinden sich Unterkünfte für geflüchtete Menschen. Für die Betreuung ist die Tiroler Soziale Dienste GmbH (TSD) zuständig. Die engagierten MitarbeiterInnen helfen diesen Menschen vor Ort, sich in Tirol einzuleben.

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