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Afghanische Handarbeit im Innsbrucker Saggen
2018-03-07 09:11
Region Mitte
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Afghanische Handarbeit im Innsbrucker Saggen

Sieben geflüchtete Frauen, ein paar alte Nähmaschinen und eine Menge Kreativität. Zu Besuch beim Nähclub Sennstraße.

Dass die Frauen der Herberge für geflüchtete Menschen in der Innsbrucker Sennstraße sich regelmäßig in ihrer Nähstube treffen, wird schnell klar: Zielstrebig weiß jede Frau sofort, an welchem Stück sie heute arbeiten will. Man begrüßt sich herzlich, nimmt an den nun vertrauten Maschinen Platz und legt los. Ein Bewohner bittet ums Flicken seiner Jacke, eine Frau wünscht sich einen Wandbehang fürs Badezimmer, und „damkons“, die zur speziell afghanischen Zubereitung von Reis notwendig sind, sind ohnehin der Renner. Zu tun gibt es also genug!

 

Von Anfang an dabei

Ins Leben gerufen wurde dieser Nähclub, als im Innsbrucker Saggen vor etwa zwei Jahren eine Unterkunft für Asylsuchende entstand. Mathilde Furtenbach entschloss sich, den neu angekommenen Menschen ehrenamtlich zu helfen. Über Spenden und Mundpropaganda konnten sie die nötigen Materialen beschaffen – und bereit war die Nähstube.

„Am Anfang kamen sehr viele“, erinnert sich Mathilde, „aber schnell trennten sich die Anfängerinnen von den Profis.“ Zarah ist eine dieser Anfängerinnen. Aus Afghanistan nach Österreich geflüchtet, hat sie hier zum ersten Mal an einer elektrischen Nähmaschine gearbeitet. Heute fertigt sie wöchentlich Stücke für sich, ihre Familie und Freunde an.

 

Mehr als Näharbeit

Doch es geht den Frauen nicht nur ums Nähen. „Wir haben es hier sehr familiär“, freut sich Mathilde. Tatsächlich wirkt die Nähstube in der Sennstraße wie ein kleines Wohnzimmer, in dem alle gern zusammenkommen. Die Kinder der jungen Frauen spielen gemeinsam, während ihre Mütter arbeiten. Immer wieder schauen Freunde und Verwandte vorbei, unterhalten sich und freuen sich über die neu genähten Utensilien. Die freiwilligen Helferinnen, die das Treffen jede Woche organisieren, bemühen sich, mit den Damen Gespräche auf Deutsch zu führen. So kommt auch der Spracherwerb nicht zu kurz! 

"Ich möchte gerne der Hausleitung der Tiroler Sozialen Dienste danken, dass sie uns den Raum für die Nähstube zur Verfügung stellt", meint Mathilde. Der Dank ist aber ganz unsererseits! Der Nähclub in der Innsbrucker Sennstraße ist ein großartiges Beispiel dafür, wie AsylwerberInnen ihre Wartezeit nutzen können. Regelmäßigkeit, ein gemeinsames Hobby, und das Gefühl, einen Teil beitragen zu können, sind hier genauso wichtig wie Zusammenarbeit und Freundschaft mit einheimischen Helferinnen. Wir danken den Organisatorinnen und den Frauen des Nähclubs für diese tolle Initiative!

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Über uns

In zahlreichen Tiroler Gemeinden befinden sich Unterkünfte für geflüchtete Menschen. Für die Betreuung ist die Tiroler Soziale Dienste GmbH (TSD) zuständig. Die engagierten Mitarbeiter*innen helfen diesen Menschen vor Ort, sich in Tirol einzuleben.

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