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Ein Jahr WG Stams: Das YIL-Jubiläum
2018-03-05 15:19
umF
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Ein Jahr WG Stams: Das YIL Jubiläum

Betreuerin Petra mit den umF-Jungs

Vor einem Jahr zogen zum ersten Mal junge geflüchtete Menschen in ihre neue Unterkunft in Stams ein. Young Independent Living (YIL) heißt das für sie vielversprechende Konzept. Zeit für eine Bestandsaufnahme des Pionierprojekts.

Man ist gut eingespielt in der Wohngemeinschaft Young Independent Living. Elf Jugendliche zwischen 16 und 18 leben in einem kleinen Haus nahe des Stift Stams auf zwei Stockwerken zusammen. Gemeinsam wird gekocht, geputzt, eingekauft und der Feierabend verbracht. Eine ganz normale WG. Einzig die Bewohner unterscheiden sich von einer herkömmlichen Wohngemeinschaft. Sie alle sind unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Aus unterschiedlichsten Herkunftsländern kommend, unterstützen sie hier einander beim An- und Vorankommen in Tirol.

Sie werden dabei von BetreuerInnen begleitet. Jeden Tag schauen Angelika Obermair und ihre KollegInnen vorbei und helfen, wo Hilfe nötig ist. „Es geht nicht um Kontrolle“, erklärt Angelika, „sondern um Beziehungsarbeit. Wir geben den Jungs eine Möglichkeit zu sagen, was sie beschäftigt.“ Dass diese Beziehungsarbeit viel Einfühlungsvermögen braucht, ist klar. Die Jugendlichen der Stamser Unterkunft sind aus Krisengebieten geflohen, ohne Familie oder erwachsene Bezugspersonen. „Der Fluchthintergrund ist das eine. Das Ankommen in einem neuen Land das andere. Die Jungs stellen sich dieser Herausforderung tapfer. Deutschlernen, eine Ausbildung machen, seinen eigenen Alltag regeln, sich in einer noch etwas fremden Welt zurechtfinden - da kommt schon einiges zusammen“, hält Angelika weiter fest.

Dass sie sich der Herausforderung nicht nur stellen, sondern auf bestem Wege sind, sie zu meistern, zeigen die Leistungen der YIL Bewohner. So lernt ein Jugendlicher der Unterkunft seit heuer als ordentlicher Schüler an der HTL, ein weiterer an der Handelsschule in Telfs. Im vergangenen Jahr schafften außerdem drei der Stamser Jugendlichen, eine Lehrstelle zu ergattern und zahlreiche Bewohner konnten Deutschprüfungen verschiedenster Stufen ablegen. Auch in der Freizeitgestaltung sucht man den Kontakt zu Einheimischen. Das Rote Kreuz Telfs freut sich dabei über einen neuen freiwilligen Helfer aus der YIL-Unterkunft, ein Jugendlicher absolvierte im vergangenen Jahr einen Kochkurs, drei trauten sich gar auf die Bühne im Freien Theater Innsbruck und viele besuchen regelmäßig das Fitnessstudio. Angelika schmunzelt: „Scheint den Jungs gut zu tun.“

In einem Jahr Young Independent Living konnten die jungen Asylwerber so einiges zusammen erreichen. Die Mischung aus Selbstbestimmung und Begleitung, die das Konzept anbietet, zeigt seine Wirkung. Auch im zweiten Jahr des Zusammenwohnens haben die Jungs aus der Stamser WG zusammen mit ihren BetreuerInnen noch vieles vor – bis sie bald ganz selbstständig ein Leben in Tirol führen können.

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In zahlreichen Tiroler Gemeinden befinden sich Unterkünfte für geflüchtete Menschen. Für die Betreuung ist die Tiroler Soziale Dienste GmbH (TSD) zuständig. Die engagierten MitarbeiterInnen helfen diesen Menschen vor Ort, sich in Tirol einzuleben.

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